Workshops
Die Online-Workshops für Angehörige bei Essstörungen dauern jeweils zwei Stunden. So lassen sie sich gut in den Alltag integrieren. Sie können einzeln gebucht werden, allerdings empfiehlt es sich, alle vier Module zu belegen. Der Intensivworkshop ist als Gesamtpaket zu buchen. Damit Sie die Informationen aus den Workshops besser verarbeiten und mit anderen Angehörigen im Austausch bleiben können, biete ich 14-tägig Übungstermine an.
1. Modul: Mitgefühl & Selbstfürsorge
Eltern, deren Kind an einer Essstörung erkrankt, haben oft Schuldgefühle, als hätten sie die Erkrankung irgendwie verursacht. Doch Essstörungen können durch viele Faktoren ausgelöst werden. Die Situation in der Familie ist ein Faktor, der beleuchtet werden will, aber kein Grund, sich schuldig zu fühlen. Es kann nicht genug betont werden, wie wichtig es jetzt ist, den Angehörigen den Rücken zu stärken.
Dieser Workshop bietet einen Überblick darüber, wie Essstörungen entstehen können, wie sie sich äußern und wie sie sich auf die erkrankte Person und ihr Umfeld auswirken. Die Situation lässt sich aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten. Welche Handlungsmöglichkeiten bieten sich?
Verschiedene Übungen und konkrete Anleitungen fördern das Verständnis für die Situation der erkrankten Person. Besondere Aufmerksamkeit widmen wir Ihnen, den Angehörigen. Innerer Abstand und bessere Selbstfürsorge schaffen Raum für mehr Mitgefühl und eine stärkere Verbindung. Wie können Sie sich regenerieren, wer kann Sie unterstützen, wie können Sie Ihr Netzwerk aktivieren? Die Übungen können unmittelbar im Alltag ausprobiert und angewandt werden.
2. Modul: Wie bleibe ich konstruktiv?
Wann verhalte ich mich wie ein Känguru, das sein Kind am liebsten in seinen Beutel stecken würde? Wann bin ich entschlossen wie ein Rhinozeros, wann quelle ich emotional über wie eine Qualle?
Tiermetaphern helfen, unterschiedliche Erziehungs- und Begleitungsstile greifbar zu machen. Jeder hat seine Berechtigung, die Faustregel lautet: Was funktioniert, wird beibehalten. Wo die Kommunikation nicht klappt, kann es sehr hilfreich sein, sich die eigenen Herangehensweisen und deren Auswirkungen bewusst zu machen.
Weitere Themen sind: Wann spricht mein Kind und wann die Krankheit? Mit welchem Verhalten stärke ich unbewusst die Krankheit und nicht mein Kind? Wie gehe ich mit Verhaltensweisen um, die nicht akzeptabel sind (zum Beispiel Fluchen und Schimpfen, mit Essen werfen, die Geschwister angreifen)? Wie beruhige ich die Situation und mich?
3. Modul: Stadien der Veränderung
Veränderungen sind schwer herbeizuführen und noch schwerer durchzuhalten – das wissen alle, die schon mal versucht haben, einen guten Vorsatz umzusetzen. Am Modell der sechs Stadien der Veränderung lässt sich gut nachvollziehen, wie der Weg von der Absichtslosigkeit („Ich weiß nicht, was ihr für ein Problem habt, mir geht´s gut“) bis zu einer echten Verhaltensänderung verlaufen kann.
Angenommen, ein 18-Jähriger hat seine Anorexie halbwegs im Griff, er hat das Abitur geschafft, trifft sich wieder mit Freunden und will mit auf Abifahrt nach Kroatien. Die Eltern machen sich Sorgen, ob er mit den Saufgelagen, den unregelmäßigen Schlafens- und Essenszeiten klarkommen wird. Direkt darauf angesprochen, wird er wütend und blockt ab. Wie können die Eltern das Gespräch so führen, dass ihr Sohn die Möglichkeit bekommt zu überlegen und zu planen, was ihm selbst guttut?
4. Modul: SMART-Ziele und 5 Regeln für Veränderung
Eine Essstörung in der Familie verursacht große Verunsicherung, Unübersichtlichkeit und emotionales Durcheinander. Viele kleine Schritte helfen, Abstand zu gewinnen, eine beobachtende Haltung einzunehmen und sich selbst die Möglichkeit von Versuch, Irrtum und neuem Versuch einzuräumen.
In diesem Modul lernen die Angehörigen, für sich selbst und ihre aktuelle Situation eine Veränderung ins Auge zu fassen, sie zu planen und durchzuführen. Was läuft gut und was möchte ich verändern? Wo fange ich an? Wie groß (oder klein) plane ich den Schritt, damit ich nicht frustriert hinschmeiße (und was mache ich, wenn es trotzdem passiert)?
Wer diese Methode selbst ausprobiert hat und weiß, wie sie funktioniert, kann auch seiner erkrankten Person besser helfen, sich Ziele zu setzen. Besonders hilfreich ist es, den Umgang mit Frustration bei Rückschlägen zu lernen.
Workshops im Herbst 2026
Intensiv-Workshop 4 Module
Was Sie mitnehmen
- Besseres Verständnis der Erkrankung
- Mehr Gelassenheit im Umgang damit
- Unterscheidung Krankheit/erkrankte Person
- Grenzen setzen
- Übungen zur Selbstberuhigung
- Konkrete Gesprächs- und Kommunikationsmethoden
- Veränderungen planen und umsetzen
- Selbstfürsorge